Von der Gute­nacht­ge­schichte zur gros­sen Bühne

Was vor einem Jahr als gemütliche Gutenachtgeschichte im Klassenlager begann, gipfelte Ende Juni in einem eindrucksvollen Theaterprojekt: Die Klasse 6B aus Lengnau brachte im Theater Gallus in Vogelsang ihre Version von Ronja Räubertochter auf die Bühne – und begeisterte damit Publikum und Beteiligte gleichermassen.

Die Idee zur Theateraufführung entwickelte sich aus der Lagertradition heraus, in der die Geschichte von Ronja abends vorgelesen wurde. Daraus wuchs im Laufe des Schuljahres ein kreatives und engagiertes Projekt, das auf dem in Mundart geschriebenen Theaterstück von Mirca Dalla Piazza Popp und Raffaella Popp basierte. Beide Klassenlehrpersonen nahmen im Vorfeld an einem Workshop mit der Autorin teil und erhielten dort viele wertvolle Impulse für die Umsetzung mit ihrer Klasse.

Wochenlange Vorbereitung und viel Herzblut

Nach den Frühlingsferien wurde die Theaterarbeit intensiviert: Rollen wurden verteilt, Texte gelernt, Requisiten gesammelt, Kostüme gestaltet und Kulissen gebaut. Jeder und jede übernahm eine wichtige Aufgabe – sei es auf oder hinter der Bühne.

In der Theaterwoche Ende Juni verlagerte die Klasse ihren gesamten Unterricht ins Theater Gallus. Die Proben fanden täglich vor Ort statt – zunächst noch ohne Kostüme, später mit voller Ausstattung. Schritt für Schritt wurden die neun Szenen zusammengesetzt, was den vollen Einsatz aller Beteiligten erforderte.

Ein gelungener Abschluss mit zwei Aufführungen

Den krönenden Abschluss fand das Projekt mit einem stimmungsvollen Klassenfest, an dem gleich zwei Vorstellungen vor Eltern, Freunden und weiteren Gästen aufgeführt wurden. Die Schauspielerinnen und Schauspieler überzeugten durch Spielfreude und Ausdruckskraft, die Juniortechniker sorgten mit sicherer Hand für Licht, Ton und Projektionen – und rundeten das Erlebnis perfekt ab.

Ein grosses Dankeschön gebührt Gallus Ottiger, der nicht nur das Theater samt Technik zur Verfügung stellte, sondern der Klasse mit seiner Offenheit einen unvergesslichen Lernort schenkte. Ebenfalls ein herzlicher Dank geht an Christoph Wieder, der die technische Umsetzung mit grossem Engagement unterstützte.

Bravo, Klasse 6B!

Mit dieser Aufführung hat die Klasse 6B nicht nur ein Stück Literatur lebendig werden lassen, sondern auch bewiesen, wie viel Kreativität, Teamgeist und Ausdauer in ihr steckt. Ein Projekt, das noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Die Kollekte spendet die Klasse an die beiden Hilfswerke Caritas und UNICEF.

Eindrücke aus der 6B:

«Mich hat besonders stolz gemacht, dass ich aus mir herausgekommen bin und mutiger, lauter und selbstbewusster wurde.»

«Die Theaterwoche war sehr lehrreich und anstrengend, aber auch supercool. Von mir aus könnten wir immer so Schule haben. Wir hatten viele Erlebnisse und noch mehr gemeinsame, lustige letzte Momente als Klasse zusammen.»

«Das Theater hat den Klassenzusammenhalt nochmal enorm gestärkt.»

«Das kleine Theater ist optimal zum Theaterspielen. Schade, dass man im Theater Gallus keine offiziellen Theateraufführungen machen darf.»

«Besonders anstrengend war, dass man während der Proben und der Aufführung immer stehen musste. Es war auch mühsam, sich im Dunkeln umzuziehen.»

«Ich fand es sehr toll, dass wir Schule hatten, obwohl wir nicht im Schulzimmer waren.»

«Man lernte, deutlich und laut zu sprechen und sich mit Kostümen und Requisiten gut zu organisieren.»

«Ich fand es anstrengend, dass ich so lang konzentriert sein musste.»

«Ich habe gelernt, dass man nie aufgeben soll.»

«Ich habe mich in der Rolle als Ronja am wohlsten gefühlt, weil ich mich in Ronja am besten hineinversetzen kann.»

«Ich bin stolz, weil die Aufführung so gut geklappt hat und alle von unserer Klasse so gut mitgemacht haben.»

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